17. Kolloquium: Gemeinsame Forschung in der Klebtechnik

14. - 15. Februar 2017, Köln

Der Gemeinschaftsausschuss Klebtechnik 2017
© Franz-Josef Heise / FOSTA e. V.

Am 14. und 15. Februar 2017 fand im Maternushaus Köln das 17. Kolloquium: „Gemeinsame Forschung in der Klebtechnik“ statt. Das Kolloquium, als AiF-Anwenderforum durchgeführt, wurde vom Gemeinschaftsausschuss Klebtechnik (GAK) veranstaltet. Zu diesem gehören die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie sowie die Forschungsvereinigungen Schweißen und verwandte Verfahren des DVS, Stahlanwendung (FOSTA) und der Internationale Verein für Technische Holzfragen (iVTH). Der Gemeinschaftsausschuss Klebtechnik (GAK) wurde 2005 zur branchenübergreifenden Evaluierung von Ideen zu Forschungsprojekten konstituiert. Die Industriemitglieder des GAK beraten branchenübergreifend über Forschungsanträge, insbesondere im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).

Zu den Aufgaben des GAK zählt weiterhin der Transfer von Forschungsergebnissen aus Projekten der IGF im Klebstoffbereich in die Praxis. Alljährlich haben daher die Teilnehmer aus Industrie und Forschung Gelegenheit zum intensiven Austausch über die neuesten Entwicklungen und Ergebnisse aus der Klebtechnik.

Den rund 200 Teilnehmern bot sich auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Tagungsprogramm.
© Franz-Josef Heise / FOSTA e. V.

Zu den Themenschwerpunkten in diesem Jahr gehörten Klebstoffe, Bau (bzgl. Fahrzeuge, Holz, Stahl, Glas), Simulation, Oberflächenbehandlung sowie Fertigung. Mit einer Bestandsaufnahme wurde der Erfolg der aktuellen IGF-Förderung aus industrieller Sicht beleuchtet. Über den Stand der Technik und die Entwicklungstendenzen zur Verklebung von Holz für den konstruktiven Holzbau berichtete Prof. Dr. Peter Niemz von der Berner Fachhochschule.

Dr. Frauke Bunzel vom Fraunhofer WKI informierte in ihrer Präsentation über Alternative formaldehydfreie Harnstoffharze für Holzwerkstoffe und Dekorpapiere, Thema des gemeinsam mit dem Fraunhofer IAP durchgeführten IGF-Projekts. Durch die Einstufung von Formaldehyd als mutagene und kanzerogene Substanz und der damit verbundenen Kennzeichnungspflicht formaldehydhaltiger Produkte seit dem 1. Januar 2016, ergab sich u. a. für den Bereich Holzwerkstoffe ein großer Forschungsbedarf hinsichtlich alternativer Klebstoffe. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens zeigen, dass normgerechte Spanplatten mit formaldehydfreien Melamin-Harnstoff-Harzen hergestellt werden können, wobei Formaldehyd durch Glyoxylsäure und Glyoxal substituiert wurde. Ein wichtiger Aspekt der Klebstoffforschung für den Holzwerkstoffsektor ist die einfache Synthese der Harze mit geringem apparativem Aufwand sowie kurze Presszeiten bei der Plattenproduktion. Auch in diesem Zusammenhang zeigten sich die Projektergebnisse erfolgversprechend. Die zukünftige Forschung des Teams um Frau Bunzel soll u. a. auf die Optimierung des Harzes sowie dessen Einsatz bei der Herstellung von MDF, Sperrholz und als Imprägnierharz für Dekorpapiere abzielen.

Flankiert wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung, auf der Industriebetriebe und Forschungseinrichtungen aus dem Klebstoffbereich und verwandter Branchen ihre Produkte, Verfahren und Dienstleistungen vorstellten.

Zuletzt geändert am: 2017-03-01 10:02:31 CET
Quelle: https://ivth.org/de/presse-gak2017/

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