Untersuchungen über den Einfluß der Hackschnitzelbehandlung mit Harnstoff bzw. Ammoniak in der MDF-Herstellung

Dipl.-Ing. Paul Buchholzer
Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut

Zusammenfassung

Das Ziel der Arbeit war es, den Einfluß der Hackschnitzelbehandlung mit Formaldehydfängern bei der MDF-Herstellung auf die Materialeigenschaften, den Energieverbrauch des Refiners sowie die Eigenschaften der MDF, hergestellt unter Verwendung eines formaldehydreichen bzw. formaldehydarmen UF-Harzes, zu untersuchen.

Die Ergebnisse zeigen, daß durch die Behandlung der Hackschnitzel mit Formaldehydfängern vor dem thermo-mechanischen Aufschluß der Energieverbrauch des Refiners um bis zu 10% verringert werden kann und die MDF-Eigenschaften mit Ausnahme der Dickenquellung vorwiegend verbessert werden. Die Verwendung formaldhydreicher UF-Harze in Kombination mit Formaldehydfängern bei der MDF-Herstellung führt bei Verwendung von Nadelholz zu Platten mit Perforatorwerten zwischen 8 und 10 mg HCHO/100 g atro Platte, die demnach für Beschichtungszwecke eingesetzt werden dürfen. MDF aus Laubholz hingegen erfüllen die Emissionanforderungen für Rohplatten. Werden formaldehydarme UF-Harze eingesetzt, so können sogar Platten hergestellt werden, welche die Anforderungen des RAL-Umweltzeichens 76 "Emissionsarme Holzwerkstoffplatten" erreichen sollten. Die Behandlung des Holzes mit Formaldehydfängern vor dem thermo-mechanischen Aufschluß zu Fasern, kann demnach die wirtschaftliche Herstellung von MDF mit sehr niedriger Formaldehydabgabe ermöglichen.

Die Untersuchungen wurden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) gefördert. Förderkennzeichen 10507 N

Der vollständige Bericht kann bestellt werden bei:
Internationaler Verein für Technische Holzfragen e. V.
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig

Zuletzt geändert am: 2015-11-30 11:42:56 CET
Quelle: https://ivth.org/de/publikationen/aif-berichte/aif-10507-n/

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